Montag, 18. März 2013

Tag 21 - Umzug

Wir sind in ein neues Haus umgezogen, was eigentlich bei so einem Projekt nicht üblich ist, was aber aufgrund mangelhafter Planung so durchgeführt werden muss. Unser neues Haus ist, im Gegensatz zum Alten, schmal, aber dafür tief. Der rot umrandete Teil vom Bild zeigt das Haus, also das es es schon komplett von vorne. Das angefügte Video zeigt aber dafür das es recht gemütlich ist, auch wenn wir einige "Features" erst erknobeln mussten (wie heißes Wasser aus der Dusche). Da es etwas dauert das Video hochzuladen verlinke ich es erst später.
Alles in allem ein akzeptabler Haustausch.




Update: Wir wissen inzwischen wie die Dusche funktioniert...war klar das wir zum Anschalten das weiße Bändel vor der weißen Wand ziehen mussten, da kann man ja drauf kommen. Außerdem etwas tolles an der Wohnung: Viel bessere Heizung!

Update 2: Video ist Online!


Hausrundgang 2: Penlee Narrows from Nicolas Deußer on Vimeo.

Donnerstag, 14. März 2013

Tag 20 - Obelisk Redoubt

Heute konnte ich einen Blick auf den Obelisken wefen, der einige interessante Schlüsse zulässt, und definitiv zur weiteren Nachforschung einlädt. Aber erstmal ein Bild dazu:
Der Obelisk in der Morgensonne um ca. 9.30
 Der Obelisk selbst ist definitiv nicht keltisch was man an der Struktur erkennt. Hier ein genaueres Bild, bei dem ich erklären kann wie mein Gedankengang dazu entstand:
Unbekannte Inschrift im Obelisken
Nicht nur das der Obelisk Inschriften hat für die ich noch keine Deutung habe, sieht man hier ganz eindeutig die Struktur der Steine aus denen der Obelisk besteht. An der gleichmäßigkeit der Rillen lässt sich erkennen, das der Stein höchstwahrscheinlich gegossen wurde, also wohl ein alter Zement ist. Die Rillen sind Abdrücke des Holzkastens in dem der Zement getrocknet wurde, und wird heutzutage gerne aus "künstlerischen" Gründen an Betonflächen gemacht, die ansonsten glatt wären. Als Beispiel erwähne ich da gerne die Säulen in der Philosophischen Fakultät der Philipps-Universität Marburg, an denen mir dieses Vorgehen einst erklärt wurde. Da die Kelten diesen Vorgang nicht kannten, und die Römer südlich von Exeter sehr wenig gemacht haben, bin ich mir noch nicht ganz sicher von wann des Obelisk ist, zumal der wohl schon stand als die Verteidigungspläne angefertigt wurden.
Mein Ziel bei dieser Schanze war es eigentlich die ursprünglichen Pläne zu überprüfen, die in einem Buch über die historischen Verteidigungspläne von Plymouth auftauchen, wie hier abgebildet:
Rekonstruktion der Verteidigungspläne des Obelisk Redoubt von ca. 1779
Diese Verteidigungsstellung war dazu gedacht den Rückzug der Truppen vom Maker zu decken, sollten die Franzosen bei Cawsand eine Invasion starten (was möglich war, da sich damals bereits eine kleine französische Armada in Cawsand Bay befand). Deswegen war sie ein guter Aussichtspunkt, und mit einigen Kanonen und Musketiergräben ausgestattet um auch die Schiffswerft an der Küste zu schützen. Ich wollte nun herausfinden was alles noch von damals vorhanden ist und um die Gegend zu fotografieren. Und wenn es etwas gibt was ich nicht vorenthalten will dann ist es das Panoramabild was ich vom Redoubt gemacht habe:

Das Öl Depot ist auch noch da, aber leider weniger spektakulär, weswegen ich darüber erstmal nichts poste. Es wird aber natürlich in meinem Abschlussbericht vorkommen, also Geduld.

Mittwoch, 13. März 2013

Tag 19 - Übertragung von Literatur-Informationen

Nachdem ich jetzt mal wieder 2 Tage nur Literatur-Infos gesammelt habe, nutzte ich den heutigen Tag um alles ins System zu hauen. Dabei ist mal wieder das passiert was ich gewohnt bin, aber bei Leuten die seltener Literatursuche machen wohl unbekannt ist: Der Bibliographische Hinweis ist länger als das Zitat selbst. Glaubt ihr nicht?
Buch:
Helston 1838, A historical survey of the county of Cornwall. To which is added the borough boundaries. an account of the scilly islands, mines and fisheries, and a cornish-english vocabluary, Whitaker and Co., London.

Zitat:
“Batteries and encampments have been common to Cawsand Bay since 1596”

Und ich habe nicht mal den Vornamen vom Autor. Oder die Seite (das Buch hat keine Seitenzahlen). Stuff happens... .
Morgen mache ich einen kleinen Ausflug zu Redoubt No. 6, aka Obelisk Redoubt. Da steht ein Obelisk auf einer Schanze, und so lange das Wetter nicht absolut fürchterlich ist (also so wie die ganze Woche bis jetzt) dann kann ich das durchziehen.

Dienstag, 12. März 2013

Tag 18 - Truro und eine "kurze" Tour durch das Museum

Eigentlich war heute eine Tour durch Quarry Voices geplant (Ausstellung über Fundobjekte nahe Steinbrüchen, wo Maker Artefakte liegen), gefolgt von einem Blick auf die Ausstellung zu St. Ives, die sich auch gerade im Royal Cornwall Museum befindet. Aber interessanterweise gibt es dort ebenso eine Bibliothek, die einzigartige Bücher enthält, die nicht aus Zufall eigentlich unzugänglich sind für die Öffentlichkeit. Aber alles der Reihe nach... .
Als erstes musste ich natürlich erst einmal nach Truro kommen von Plymouth aus (optimal wäre St. Germains, aber da ist es schwer mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinzukommen...ach, und da wohnt nur ein Deutscher, und kein einziger Heiliger =) ), und dafür nimmt man am Besten den Zug. Das britische Zugsystem ist etwas anders als das Deutsche, erstens kauft man ein Ticket um auf das Gleis zu kommen durch eine Schranke die bewacht wird (was nicht heisst das man nicht auch im Zug kontrolliert wird), zweitens ist es deutlich billiger und drittens ist das Ticket sehr anders. Es hat einen Magnetstreifen (für die Schranke...) und eine andere Form, was ja nicht so wichtig ist. Ich habe trotzdem mal ein Foto gemacht.
Leider funzt der Autofokus nicht so gut bei Bahntickets, ich bitte dies zu entschuldigen. Ich habe auch ein paar kleine Videos während der Zugfahrt gemacht, aber die kann ich noch nicht uploaden weil ich bis jetzt zu beschäftigt/faul bin um die zusammenzuschneiden. Ich werde dies morgen nachholen... .
Die Zugfahrt selbst war recht angenehm. Jeder der mich kennt weiss, dass ich gerne über die Deutsche Bahn herziehe, auch wenn das meistens Kritik auf hohem Niveau ist. Die britische Bahn sehe ich im Moment als ähnlich an, anders, aber mit der selben Menge an Vor- und Nachteilen.
Truro selbst ist eine schöne Stadt, einige alte Pflastersteinstraßen, Häuser die einen kolonialen oder frühindustriellen Baustil haben, moderne Läden ebenso wie Geschäfte die einen Blick ebenso zurück werfen, wie nach vorne. Leider konnte ich weniger durch die Straßen schlendern als ich vorhatte, aber eins nach dem Anderen.
Da ich mich vorher informiert hatte welche Ausstellungen gerade im Museum laufen (und leider die japanischen Figurinen verpasst habe, aber dafür in St. Ives reinstolperte) hatte ich bereits einen Plan wie ich vorgehe. Aber ich sollte eher sagen "wir", da ich die Strecke nicht alleine hinter mich brachte, sondern mit der Dame für die ich im Endeffekt arbeite, Helen, Vorsitzende vom Maker Trust Fund. Helen wusste nämlich, dass dort einzigartige Bücher in der "Courtney Library" lagern, die zum Museum gehört. Man muss zwar Mitglied des Museums sein um die Bibliothek zu besuchen, doch Helen hat schon länger nach einem Grund gesucht dort einzutreten, und ich konnte mich da grade dranhängen. 
Nach einer E-Mail mit Anfrage an Werken die den Maker erwähnen, konnte uns die Bibliothekarin etwas zur Verfügung stellen. Diese Bibliothekarin trifft interessanterweise einen gewissen Stereotyp, und zwar die ältere Dame die ihren Verantwortungsbereich optimal kennt, und gerne anderen hilft sich darin zurechtzufinden. Diese Frau hat sich entschuldigt für die "wenigen" Textstellen die sie gefunden hat, was deutlich mehr war als ich in der Referenzbibliothek und der Uni-Bibliothek in Plymouth zusammen gefunden habe. Und diese Frau hat uns auch noch die Textstellen mit Lesezeichen markiert. Top Service. Die Schlüsse die ich daraus ziehen konnte werde ich auch noch bloggen wenn ich sie fertig ausgewertet habe.
Im Lunch am Mittag konnte ich außerdem feststellen, dass der Earl Grey Tee hier einfach besser schmeckt und das ein Fishcake zwar widerlich klingt, aber gut schmecken kann wenn man in ein gutes Restaurant geht. Aber wenn die nicht selbstgemacht sind dann schmecken die eher wie die Fishmacs von McDonalds, also nach etwas das man eher an Schweine verfüttert...wenn man nichts Besseres hat. Danach ging es zurück in die Bibliothek, aber danach hatten wir nur kurz Zeit uns noch die St. Ives Ausstellung anzuschauen, bevor wir den letzten Zug nehmen konnten, um noch die letzte Fähre von Plymouth aus zu nehmen. Einige Bilder die mir besonders gefielen poste ich gerade mal:


Leider ist es schwer die Kunst mit einfachen Digitalbildern wiederzugeben, aber es ist eine gute Annäherung. Aber da ich jetzt Mitglied bin werde ich da definitiv wieder vorbei kommen.
Alles in allem ein schöner Tag, der sehr produktiv war und den ich noch bis Ende der Woche ausloten kann. So macht Forschung Spass!

Montag, 11. März 2013

Tag 17 - Schlechtes Wetter

Der Tag an dem es zu kalt war
Heute war es leider zu kalt um die angestrebte Feldforschung zu machen (wegen eines starken und kalten Windes), aber dafür konnte ich eine Forschungsarbeit des Rame Conservation Trust über die Maker Barracken lesen, und einige hilfreiche Informationen extrahieren. Außerdem reise ich morgen nach Truro zum Royal Cornwall Museum um eine Ausstellung zu besichtigen die Stücke enthält die im Maker gefunden wurden. Oh man, ich hoffe man darf da Fotos machen... .

Sonntag, 10. März 2013

Tag 16 - Eden Project

Das weltgrößte Gewächshaus
Heute war ich an einem Ort wo ich definitiv hinwollte als ich von ihm erfuhr: Das Eden ProjectAber fangt jetzt nicht an die Seite nach Fotos zu durchsuchen, ich poste hier schon mal das Erste.
Ein Blick auf die beiden großen Gewächskugeln
Die Gegend außerhalb der Kuppeln ist aber auch interessant, es gibt einige Kunstwerke zu bewundern, wie die Skulptur hier die mich sehr erfreute.

"Bring me to your leader tiny human"
 Es gibt 2 große Biotope die jeweils 3 Klimazonen haben, in dem sich verschiedene Pflanzen befinden, die nicht einheimisch sind für die Insel. In der Mitte gibt es eine Brücke mit einem Cafè drin, welches die beiden Kuppeln verbindet, und abgesehen von der geschmackvollen Holzeinrichtung nicht viel bietet. Zuerst waren wir im tropischen Biotop, wo erst einmal die Kameralinse beschlagen ist. Trotzdem konnte man ein paar Fotos schießen.
 

Der künstliche Wasserfall mit angeschlossenem Flüsschen liefert eine gute Atmosphäre im Tropenklima des ersten Bioms, und ist außerdem wunderbar für Fotos geeignet. Es gibt immer einen guten Grund sein Facebook Profil zu aktualisieren. 
Das nächste Bild zeigt außerdem eine weitere Sicht, auch wenn ich mir nicht sicher bin was das große schwarze Ding auf der rechten Seite ist...wahrscheinlich das Raumschiff der Riesenbiene... 


Das zweite Biom ist ebenfalls interessant, aber wegen seiner Spezialisierung auf das Mittelmeer-Klima weniger originell. Durch die einzigartigen, naturorientierten Kunstwerke entsteht eine Atmosphäre die man vor allem als fantastisch bezeichnen kann. Wie dieser Stuhl hier:



Ansonsten empfehle ich eher persöhnlich dort vorbeizuschauen, da diese Atmosphäre nur schwer in einzelnen Bildern einzufangen ist. Warum habe ich eigentlich kein Video gedreht und Musik von Skyrim drunter gelegt? Verdammt... .

Samstag, 9. März 2013

Die zweite Woche - Rückblicke, EIndrücke und Stimmungen Teil 2

Die Fähren nach Plymouth
Es gibt viele Wege nach Plymouth, aber die interessantesten sind definitiv die beiden Fähren von Torpoint und Cremyll. Das sind beides keine langen Strecken, nur so 5 Minuten, und funktionieren mit 2 grundsätzlich unterschiedlichen Schiffen. Die Fähre von Torpoint wird über eine Kette gezogen und ist kaum dem Wellengang ausgesetzt. Diese Fähre ist für Autos und Busse geeignet, und es gibt auch eine Linie die diese Strecke befährt, ein rosaner Bus. Die Kosten für einen Autotransport sind hierbei 6 Pfund wenn ich mich recht entsinne, aber ich bin die Strecke erst einmal gefahren. Die andere Fähre beim Cremyll Point bei Mount Edgecumbe wird von einem kleineren Bus befahren, und von einer kleinen putzigen Personenfähre bedient, die 1.25 Pfund pro Person kostet. Die Fähre fährt alle 30 Minuten und ist wirklich auf die Minute genau.
Da ich heute eine halbe Stunde nach der Ankunft der Cremyll Ferry auf den Bus warten musste (weil ich natürlich genau den einzigen Zeitpunkt am Tag erwischt habe wo der Busfahrer ein Päusschen macht) wurde ich noch daran erinnert über ein anderes Thema zu schreiben. Denn ich war im Pub/Cafè um die Ecke, und habe mir da einen Coffee to Go geholt, und ich muss zugeben das die Briten einen besseren Kaffee machen als ihre Tee Tradition suggeriert.

Kaffee und Tee
Während Kaffeepulver im Discounter recht teuer ist, und die meisten Briten deswegen zu Hause primär Instantkaffee haben, ist das Zeug aus nem Pub oder Cafè wirklich gut. Dort haben praktisch alle Läden professionelle Maschinen, was nach meiner Erfahrung in Deutschland nicht selbstverständlich ist. Die Standards die man überall bekommt sind der Americano (verdünnter doppelter Espresso), Latte (Espresso mit aufgeschäumter Milch) und Cappuccino (Espresso mit etwas Schoko und aufgeschäumter Milch). Heute war ich außerdem in einem Kaffeeschuppen mit super Auswahl, definitiv besser als der 10m weiter entfernte Starbucks (sorry Starbucks, aber da muss ich ehrlich bleiben: euer Kaffee ist auch in Deutschland Sub-Standard). Wenn ich das nächste Mal in der Ecke bin werde ich vielleicht ein paar Aufnahmen von der Einrichtung machen, die zwischen Atmosphärisch und Kitschig springt. Wie vieles in England.


Autos
Wie ein Kollege angedeutet hat, haben die Briten kein gutes Auge für schöne Autos (vor allem den Fiat Multipla). Mir ist das relativ wurscht, aber mir fällt schon auf, das es eine klare Klasseneinteilung mit dem Wagen gibt. Da Cornwall eher vom Proletariat bewohnt wird, sieht man meistens Kleinwagen und zweckdienliche Fahrzeuge. Die britischen Vauxhalls sind hierbei eher Wagen der Mittelklasse, was mich wundert, da die Automodelle inzwischen von Opel gestellt werden, und ich niemals gedacht hätte das es irgend ein Land gibt wo diese Schüsseln beliebt sind. Aber das Firmenlogo von Vauxhall ist auch wirklich cool. Ansonsten habe ich das Gefühl das die hier noch Rohöl tanken, weil die schwarzen Wolken die manchmal aus dem Auspuff knallen sehr ungesund riechen.

Das war es erst einmal wieder für den Rückblick diese Woche, morgen besuche ich das Eden Project und schiesse da ein paar Fotosalso es gibt wieder viel Inhalt.